Zum Inhalt springen

29. August 2006: Energiepolitik der Zukunft

Der Klimawandel ist eine der großen und drängenden globalen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Um gegenzusteuern, muss der Energieverbrauch gesenkt und CO2-Ausstöße verringert werden. Dabei kommt der Gebäudesanierung eine große Bedeutung zu. In Immobilien steckt ein hohes Potenzial zur Einsparung von Energie. Deshalb hat der Deutsche Bundestag die Förderung der energetischen Sanierung von Gebäuden mit jährlich 1,4 Mrd. Euro beschlossen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem bestehenden Wohnungsbestand.
Energie Vor Ort1
Diskutierten über Energieeffizienz durch Gebäudesanierung: Matthias von Oesen, Manfred Müller, Edelgard Bulmahn, Günter Haese, Stephan Weil, Carsten Grobe (v.l.n.r.) Der Ölsee vor Ort Hannover genießt beim Thema Energieeinsparung Vorbildcharakter und ist Modellstadt. Darüber waren sich die Teilnehmer einer Veranstaltung bei der Wohnungsgenossenschaft Gartenheim der SPD-Bundestagsfraktion, zu der Edelgard Bulmahn, ehemalige Bundesministerin für Bildung und Forschung, eingeladen hatte, einig. Doch die Landeshauptstadt gleicht hier einer Insel, denn nicht einmal alle Städte und Kommunen der Region profitieren von der guten Arbeit von proKlima. In der vom umweltpolitischen Sprecher der SPD-Ratsfraktion, Manfred Müller, moderierten Veranstaltung machte Edelgard Bulmahn deutlich, dass der Satz "global denken, lokal handeln" nach wie vor eine hohe Bedeutung zur Lösung der zukünftigen Energieversorgung hat. Durch die sich zu Ende neigenden fossilen Brennstoffe ist die Energieversorgung eine der größten Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte. Die lokalen Handlungsfelder waren schnell definiert. Besonders die Einsparung von Wärmeenergie durch bessere Dämmung der Altbauten oder der konsequente Neubau nur im Passivhausstandard ist nach Meinung des Architekten Carsten Grobe und Energieberater Mathias von Oesen (proKlima) sehr wichtige Handlungsfelder. Als vorbildlich wurde auch das Verhalten von Günter Haese und seiner Wohnungsgenossenschaft Gartenheim bezeichnet, der auf diesem Gebiet vielen Kollegen und anderen privaten Wohneigentümern weit voraus ist. Während Günter Haese mit seinen Worten vom "abnehmenden Grenznutzen" auch auf die Schwierigkeiten bei der Sanierung von Altbauhäusern verwies, versuchten die anderen Experten, mit den Mythen ?zuviel Dämmung schadet? aufzuräumen. Das 70köpfige Publikum beteiligte sich lebhaft an der Diskussion und machte auch auf einige Schwachpunkte bei den jetzigen Bundesförderprogrammen aufmerksam. Beim Wohneigentumsgesetz konnte die Bundestagsabgeordnete allerdings auf eine Änderung verweisen, die demnächst Gesetz wird. Andere Fragen zeigten auch, dass in Hannover noch einiges vor allem im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit getan werden muss. Stephan Weil, hannoverscher Oberbürgermeisterkandidat, kündigte an, den Klimaschutz als politische Aufgabe weiter voranzutreiben. Dabei gelte es, nicht nur den ökologischen Nutzen zu betrachten, sondern muss auch die ökonomischen Vorteile weiter herauszustellen: Erstens für die Geldbeutel der Hausbesitzer und Mieter bei immer stärker steigenden Energiekosten und zweitens für das lokale Handwerk und Wirtschaft durch volle Auftragsbücher. Angesichts der Zukunftsaufgaben forderte Edelgard Bulmahn das örtliche Handwerk auf, den "Ölsee vor Ort" zu heben.

Vorherige Meldung: Neues Mentor-Handbuch

Nächste Meldung: Lesung mit Hanna Papanek

Alle Meldungen