Lesung mit Hanna Papanek

Hanna Papanek
 

Vorstellung von Hanna Papaneks Biografie "Elly und Alexander Revolution, Rotes Berlin, Flucht, Exil –
eine sozialistische Familiengeschichte" am 10. Oktober 2006 im Geschichtskabinett des Freizeitheim Lindens.

Foto: Edelgard Bulmahn, Hanna Papanek und Egon Kuhn (Leiter des Geschichtskabinetts)

Edelgard Bulmahn führte in die Biografie von Hanna Papanek ein und moderierte die Diskussion. Für Edelgard Bulmahn ist die Berliner Familie von Hanna Papanek der „Inbegriff sozialdemokratischer Solidargemeinschaft“, in der Werte und Ziele erlebbar waren.

Als „Uradel der Arbeiterbewegung“ bezeichnete die Historikerin Susanne Miller die Familie Papanek, denn in dieser Familie bildet sich ein halbes Jahrhundert deutscher und europäischer Geschichte ab: der Aufstieg der Arbeiterbewegung, die Revolutionen und Umstürze, Erster und Zweiter Weltkrieg, Weimarer Republik, Machtergreifung der Nationalsozialisten, der Untergang der österreichischen und tschechoslowakischen Demokratie, Emigration, Exil und die Shoah.

Im Zentrum der Familiengeschichte stehen Hanna Papaneks Eltern Elly Kaiser und Alexander Stein, aber auch viele Personen der internationalen Arbeiterbewegung. Die Lebensgemeinschaft Kaiser/Stein und ihre Tochter Hanna erlebt das Ende der Weimarer Republik und muss vor den nationalsozialistischen Verfolgungen fliehen, denen sie in letzter Minute 1940 entkommen kann. Vielen ihrer Familienmitglieder und politischen Freunden gelingt dies nicht. Hanna Papanek ordnet diese Schicksale zu einem eindrucksvollen Bild des Einstehens für politische Grundsätze in Zeiten von Unterdrückung und Verfolgung.