Menschenrechtspreis der Friedrich-Ebert-Stiftung geht an "La Ruta Pacifica de las Mujeres"

 

Foto (c): FES. Konstantin Börner

 

Marina Gallego und ihre Mitstreiterinnen von „La Ruta Pacífica de las Mujeres“ (Der friedliche Weg der Frauen) erhielten am Donnerstag, dem 17. März den Menschenrechtspreis der Friedrich-Ebert-Stiftung. Die Laudatio in Berlin hielt Bundestagsvizepräsidentin Edelgard Bulmahn.

 
 

Foto (c): FES. Konstantin Börner

Marina Gallego und ihre Mitstreiterinnen von „La Ruta Pacífica de las Mujeres“ (Der friedliche Weg der Frauen) erhielten am Donnerstag, dem 17. März den Menschenrechtspreis der Friedrich-Ebert-Stiftung. Die Laudatio in Berlin hielt Bundestagsvizepräsidentin Edelgard Bulmahn.

Der Bürgerkrieg in Kolumbien dauert bereits über ein halbes Jahrhundert. Seit den 1950er Jahren hat die Gewalt mindestens 220.000 Tote gefordert, fast sechs Millionen Menschen sind auf der Flucht. Vor allem Frauen geraten immer wieder zwischen die Fronten von Regierungstruppen, den linken FARC-Rebellen und rechten Paramilitärs. Oft werden sie Opfer sexualisierter Gewalt. Demütigung durch Vergewaltigungen zählt zu den Machtinstrumenten der Konfliktparteien.

Marina Gallego und ihre Mitstreiterinnen von „La Ruta Pacífica de las Mujeres“ wollten nicht länger Opfer sein in dem jahrelangen Konflikt. Vor 20 Jahren formierte sich in der kolumbianischen Stadt Mutatá erstmals der friedliche Protest. 2000 Frauen gingen für ihre Forderung auf die Straße: Waffenruhe – wenigstens über Weihnachten.

„Wir gebären keine Kinder für den Krieg“, riefen die Frauen und stellten sich zwischen die Fronten. Den massiven Drohungen der Männer wichen sie nicht aus, sie zeigten, „dass Frauen keineswegs wehrlos sind“, sagte Edelgard Bulmahn in ihrer Laudatio zum diesjährigen Menschenrechtspreis.

In diesem Jahr wird die Unterzeichnung eines Friedensvertrags erwartet. Dieses Abkommen gelte es in Zukunft zu „verteidigen“, fordert Gallego. Mut, Solidarität und originelle Protestformen führten zu diesem Erfolg – ein Erfolg der Frauen und nicht der „bewaffneten Männer“, wie Edelgard Bulmahn betont.

Quelle: Vorwärts / vorwaerts.de