Wie wollen wir leben? Frauen und Familien in Niedersachsen.

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In Zeiten gesellschaftspolitischer und ökonomischer Umwälzungsprozesse, wirtschaftlicher Krisen und wachsender Ungleichheit stellt sich die Frage, welche Art von Fortschritt wir künftig wollen? Die Friedrich-Ebert-Stiftung in Niedersachsen greift diese Frage in einer Veranstaltungsreihe auf und hat dazu jetzt aktuelle Herausforderungen einer modernen Gleichstellungs- und Familienpolitik für Niedersachsen diskutiert. Die hannoversche Bundestagsabgeordnete führte in die Veranstaltung ein:

"Seit gut einem Jahr beschäftigt sich die Enquete-Kommission „Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität“ des Deutschen Bundestages mit der Frage: Wie wollen wir leben? Wir greifen damit eine Fragestellung auf, die viele Menschen bewegt, viele suchen Orientierung

  • in einer Welt, die mit den verheerenden Folgen des Klimawandels konfrontiert ist,
  • in einer Welt, in der die Auswirkungen der internationalen Finanzkrise und der Eurokrise die politischen und staatlichen Gestaltungsspielräume immer weiter nach unten drücken wenn wir nicht gegensteuern,
  • in einer Welt, in der viel zu viele Menschen in Armut leben, ohne eine Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

Wir wünschen uns eine größere politische Debatte – den gesellschaftspolitischen Dialog darüber wie wir leben wollen. Wir wollen neue Leitbilder und konkrete Vorschläge entwickeln, wie die Spaltung unserer Gesellschaft überwunden werden kann und wie wir produzieren und wirtschaften können ohne damit gleichzeitig unsere Umwelt zu zerstören bzw. zu gefährden oder dass Menschen mit 50 Jahren ausgebrannt sind. Wir wollen auch die Frage erörtern was ist eigentlich dieser Wohlstand? Ist nicht Zeitwohlstand ein ungeheuer wichtiges Gut, Zeit für die Familie, Zeit für Bildung, Zeit für Kultur und Sport, für das Ehrenamt!

Heute geht es um einen Kernbereich dessen, was Lebensqualität für die meisten Menschen bedeutet: Frauen und Familie – einige werden sich fragen, was ist denn mit den Männern – sie sind heute einmal mit gemeint, denn eine moderne fortschrittliche Frauenpolitik ist immer auch eine moderne fortschrittliche Gesellschaftspolitik.

„Frauen sind heute dem Gesetz nach Männern gegenüber gleichberechtigt. Trotzdem erleben Frauen nach wie vor, dass echte Gleichberechtigung, insbesondere im Erwerbsleben, noch lange nicht erreicht ist. Moderne Gleichstellungspolitik zielt deshalb ganz besonders auf die wirtschaftliche Gleichstellung von Frauen ab“, so heißt es im SPD-Dialogpapier „Frauenpolitik in Niedersachsen“.

Die Frauenbewegung ist eine der erfolgreichsten sozialen Bewegungen des letzten Jahrhunderts und Sozialdemokratinnen haben viel, sehr viel dazu beigetragen. Inge Wettig-Danielmeier und Heidi Merk seien an dieser Stelle genannt. Wir haben dafür gekämpft, dass Frauen heute nicht nur bessere Bildungsabschlüsse haben, sondern auch erheblich bessere Berufsperspektiven und ihnen eine Vielfalt an Lebensentwürfen offensteht.

Trotzdem behindern noch viele ökonomische, kulturelle und strukturelle Barrieren eine umfassendere Gleichstellung. Heute wollen wir gemeinsam folgende Fragen erörtern: Wie können diese Barrieren beseitigt werden, welche politischen und rechtlichen Weichenstellungen sind wichtig, welche Rolle spielt ein leistungsfähiger Sozialstaat, wie sollte er Frauen und Familien unterstützen, wie können Frauen die gläserne Decke durchbrechen und wie können wir endlich eine work-life-balance erreichen, die unseren Zielen besser entspricht? Welche Konsequenz hat das für eine gute Arbeitszeitpolitik?

Diese Fragen wollen wir mit kompetenten und engagierten Frauen diskutieren. Ganz besonders freue ich mich, dass Manuela Schwesig uns mit ihrem Impulsreferat nicht nur ihre Zielsetzungen und Vorschläge vorstellt, sondern ganz sicher auch den richtigen Schwung für die anschließende Diskussion mitgibt."

Neben Manuela Schwesig und allen Gästen gilt mein Dank für eine gelungene Veranstaltung Petra Wilke, Naciye Celebi-Bektas, Dr. Thela Wernstedt, Rosita Zäsar und Caren Marks.