Betriebsrätin, ist das was für mich? - Edelgard Bulmahn ruft Frauen auf, ihre Interessen stärker zu vertreten.

Edelgard Bulmahn
 

Anfang 2010 finden die nächsten Betriebsratswahlen statt. Die IG BCE hat dies zum Anlass genommen, mit einer Informationsveranstaltung gezielt Frauen anzusprechen und sie zu einer Kandidatur zu ermutigen. Die Hannoveraner Bundestagsabgeordnete Edelgard Bulmahn hat dies in einem Impulsstatement unterstützt: „Als Betriebsrätin wird man nicht geboren, aber das gilt erstens für jede Funktion und zweitens: Frau kann es lernen eine solche Aufgabe erfolgreich zu meistern. Deshalb traut euch!“.

Mitbestimmung ist keine Selbstverständlichkeit, sondern sie wurde von der Arbeiterbewegung hart erkämpft. Arbeitgeberverbände und Konservative stellen sie jedoch immer wieder in Frage und wollen die Einflussmöglichkeiten der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf ein Minimum reduzieren. Gemeinsam mit den Gewerkschaften kämpft die SPD dafür, dieses grundlegende Recht nicht nur beizubehalten, sondern weiter auszubauen.

Die Betriebliche Mitbestimmung ist ein Recht, das nicht ungenutzt anderen überlassen werden darf. Demokratie lebt von Mitbestimmung und Engagement in Politik, Gesellschaft und eben auch in der Wirtschaft sowie am Arbeitsplatz. In diesem Sinne rief Edelgard Bulmahn die Teilnehmerinnen dazu auf: „Die Arbeit im Betriebsrat ist ein Stück Mitbestimmung. Sie ist die Möglichkeit das Unternehmen und die Arbeit im Unternehmen im Sinne der Belegschaft mit zu gestalten. Diese Chance dürft ihr nicht ungenutzt lassen.“.

Obwohl sich Frauen in den letzten 30 Jahren „auf den Weg gemacht“ haben und die Erwerbsquote in dieser Zeit von unter 50% auf heute rund 67% gestiegen ist, sind Frauen in der Arbeitswelt noch immer nicht annähernd gleichgestellt. Im Durchschnitt verdienen sie 23% weniger als ihre männlichen Kollegen, sie stellen 70% der Beschäftigten im Niedriglohnsektor und einen Anteil von 2/3 bei den Teilzeitbeschäftigten. Frauen bleiben viel eher auf der Karriereleiter stecken, sind von Entlassungen stärker betroffen und haben weniger Chancen an Qualifikations- und Fortbildungsmaßnahmen teilzunehmen. Darüber hinaus kritisierte Edelgard Bulmahn: „Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist noch immer ausschließlich Frauensache und damit auch ihr Problem.“.

Weibliche Mitbestimmung in Betrieben ist deshalb so wichtig, weil wirtschaftliche Verantwortung sich größtenteils noch immer in Männerhand befindet. Gerade in den Führungsetagen der Wirtschaft herrschen unverändert patriarchalische Verhältnisse. In den Vorständen der 30 DAX-Unternehmen saß Anfang 2007 gerade mal eine einzige Frau. Das Ziel „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ kann nur erreicht werden, wenn es gelingt die männlich dominierten Unternehmenskulturen zu verändern. Dazu braucht es mehr Frauen in Führungspositionen und eine solche Führungsposition ist auch der Betriebsrat.

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