Statement Bundesministerin Bulmahn zum PISA-Ländervergleich

Edelgard Bulmahn besucht eine Schule in Ostfriesland
 

Anlässlich der Vorstellung des neuen PISA-Ländervergleich 2003 E erklärte Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn am Donnerstag in Berlin.

Der jetzt vorgelegte PISA-Ländervergleich 2003 E macht deutlich: Verbesserungen sind möglich. Gemeinsam haben Bund und Länder schon einiges erreicht. Dennoch kann uns das Ergebnis nicht zufrieden stellen.

Deutschland schafft international nur Leistungen, die knapp über dem Durchschnitt liegen. Bei uns ist der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg höher als in jedem anderen vergleichbaren Land. Die Chancen, auf einem Gymnasium eine gute Bildung zu bekommen, sind für Kinder aus wirtschaftlich gut gestellten Familien bis zu sechs Mal höher als für diejenigen, die aus sozial schwächeren Schichten kommen.

Die Vernachlässigung schwächerer Kinder an unseren Schulen können wir uns auf keinen Fall leisten! Neben der sozialen Verantwortung verpflichtet uns auch der demografische Wandel in unserem Land dazu, kein Kind auf der Strecke zu lassen.

Wenn die Bildungsbeteiligung weiter an die soziale und ethnische Herkunft gekoppelt bleibt, ist dies erstens höchst ungerecht und zweitens schlecht für die ökonomische Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands. Wir können und müssen es in unserem Land schaffen, die Bildungschancen unserer Kinder zu verbessern. Nur so schaffen wir soziale Gerechtigkeit und nur so werden wir den Bedarf an Fachkräften und wissenschaftlichem Nachwuchs von morgen decken können.

Der von der rot-grünen Bundesregierung mit vier Milliarden Euro initiierte Ausbau von Ganztagsschulen ist dabei eine entscheidende Weichenstellung für individuelle Förderung. Wir müssen diesen notwendigen und richtigen Weg weiter fortsetzen. Das heißt auch: die Länder müssen entsprechende Schwerpunkte setzen.

Der PISA-Ländervergleich 2003 E zeigt klar: wir haben weiterhin einen dringenden Handlungsbedarf im Bildungswesen. Nach meiner festen Überzeugung können Bund und Länder dies nur gemeinsam schaffen. Ich plädiere deshalb nachdrücklich dafür, die gemeinsame Verantwortung auch nach einer Föderalismusreform im Grundgesetz beizubehalten.

Es muss unser gemeinsames Ziel sein, dass jedes Kind echte Chancen hat und nicht aufgrund seiner familiären Herkunft abgeschoben wird. Wir können jetzt bereits feststellen, dass wichtige Veränderungen in unserem Bildungssystem Wirkung zeigen " dort wo sie geschehen sind. Sie müssen jedoch konsequent fortgeführt werden. Dabei haben wir noch eine weite Strecke Weg zurückzulegen.


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