Warum mir Bildung wichtig ist.

Chancengleichheit in der Bildung ist ein Grundstein einer demokratischen Gesellschaft. Bildung entscheidet in einem besonderen Maße über Teilhabe und Lebenschancen. Sie ermöglicht die selbstbestimmte Teilhabe an der Gesellschaft, sie eröffnet die Möglichkeit, persönliche Interessen und Bedürfnisse zu erkennen, zu formulieren und sich an der Entwicklung und Gestaltung der Gesellschaft aktiv zu beteiligen. Jeder Mensch muss die Chance erhalten, sich zu orientieren und sich kritisch mit politischen und sozialen Fragen auseinandersetzen zu können.

In Deutschland sind die Bildungschancen jedoch in einem hohen Maße ungleich verteilt und zu stark von der sozialen Herkunft abhängig. Die Integration durch Bildung gelingt in Deutschland noch immer nicht ausreichend. Kinder mit Migrationshintergrund und Kinder aus Arbeiterfamilien haben immer noch erheblich geringere Bildungschancen als Akademikerkinder. In keinem anderen Industriestaat entscheidet die soziale Herkunft so sehr über den Schulerfolg und die Bildungschancen wie in Deutschland. Und in keinem anderen vergleichbaren Land werden die Fähigkeiten und damit Lebenschancen von Kindern und Jugendlichen so verschenkt wie hier.
Für mich sind diese Tatsachen, die nicht zuletzt durch die PISA-Studien immer wieder bestätigt wurden, unerträglich.

Meine Vision für die Zukunft ist deshalb allen Kindern und Jugendlichen auch denen aus benachteiligten Familien, beste Bildung und damit eine gute Lebensperspektive zu eröffnen.

Schüler vor Reichstag
Foto: Deutscher Bundestag / Lichtblick-Achim Melde

Das von mir als Bundesministerin für Bildung und Forschung initiierte Ganztagsschulprogramm war ein wichtiger Schritt. Dabei ging es mir nicht nur um mehr Zeit für Bildung, sondern um die „neue Schule“. Eine Schule, in der die individuelle Förderung der Kinder im Mittelpunkt steht. In den auch benachteiligte Kinder echte Bildungschancen haben und in der Kinder mit- und voneinander lernen. Eine Schule in der kognitive, musische und praktische Fähigkeiten gleichermaßen gefördert und gestärkt werden. Viele Schulen haben sich auf diesen Weg gemacht - leider jedoch noch nicht alle. Seit dem Start des Programms im Jahr 2003 ist der Anteil von Ganztagsschulen an allgemeinbildenden Schulen von 5% auf heute rund 1/3 gestiegen. Dieses größte Schulentwicklungsprogramm in der Geschichte der Bundesrepublik war eine Antwort auf die erste PISA-Untersuchung im Jahr 2000. Die Stärkung und Verbesserung der frühkindlichen Bildung, eine bessere Zusammenarbeit zwischen den Bildungseinrichtungen sind mir ebenfalls sehr wichtig. Auch hier hat es Fortschritte gegeben.

Ich werde nicht aufhören für echte Chancengleichheit im Bildungssystem zu kämpfen. Wir dürfen kein Kind zurück lassen.

Darum ist mir Bildung wichtig!